Tiger Manu zieht nach Landau: Vorsichtiges Kennenlernen mit Tigerkatze Daria im Zoo
Manu bekommt ein neues Zuhause in der Südpfalz
Der Sibirische Tigerkater Manu ist vom Tiergarten Nürnberg in den Zoo Landau in der Pfalz umgezogen. Ziel des Transfers ist es, dem inzwischen 15 Jahre alten Großkater ein neues Zuhause zu geben und zugleich eine mögliche Perspektive für Tigerkatze Daria zu schaffen, die bislang als Einzeltier in Landau lebt.
Warum der Tigerwechsel jetzt stattfindet
Hinter dem Umzug steht die enge Zusammenarbeit zoologischer Einrichtungen im Rahmen der Europäischen Ex-situ-Erhaltungszucht-Programme. Diese Programme sollen genetisch vielfältige und stabile Reservepopulationen besonders bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut sichern. Im Tiergarten Nürnberg soll künftig die Zucht Asiatischer Löwen Vorrang haben, weshalb die Haltung und Zucht der Sibirischen Tiger dort vorerst pausiert.
Einzelgänger mit vorsichtiger Annäherung
Sibirische Tiger gelten als die größten noch lebenden Großkatzen der Welt und sind in ihrem natürlichen Lebensraum überwiegend Einzelgänger. Nach Darstellung von Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel könne es in einem geschützten Zoo-Umfeld jedoch häufig möglich sein, Tigerpaare dauerhaft zusammenzuhalten, wenn Umweltbedingungen wie etwa die Verfügbarkeit von Beutetieren keine begrenzende Rolle spielten.
Intensive Vorbereitung vor dem Transport
Der Transfer nach Landau wurde durch den zuständigen EEP-Koordinator für diese Tiger-Unterart vorgeschlagen. Nach sorgfältigen Überlegungen und Vorbereitungen fiel die Entscheidung, Manu seinen Lebensabend in Landau verbringen zu lassen. Eine Raubtierpflegerin des Zoo Landau besuchte den Tigerkater zuvor im Tiergarten Nürnberg, um ihn kennenzulernen. Zudem wurde Manu mit intensivem Kistentraining auf eine möglichst stressarme Verladung und den Transport vorbereitet.
Erstes Kennenlernen hinter den Kulissen
Der Umzug selbst verlief nach Angaben der Zoos problemlos. Begleitet wurde Manu von zwei ihm vertrauten Pflegerinnen aus Nürnberg. In Landau waren vor allem die ersten Reaktionen zwischen Manu und Daria spannend. Beide Tiere werden während der Eingewöhnungszeit zunächst in getrennten, für Zoogäste nicht einsehbaren Vorgehegen und Stallboxen gehalten.
Sehen, riechen, zurückziehen: So läuft die Eingewöhnung
Manu und Daria können sich durch Gehegegitter sehen und riechen, haben aber jederzeit die Möglichkeit, sich in Bereiche ohne direkten Kontakt zurückzuziehen. Dafür wurden im Zoo Landau auch Umbaumaßnahmen am Innengehege vorgenommen. Das erste sichere Kennenlernen verlief positiv: Beide Tiger zeigten Interesse aneinander, beobachteten sich aufmerksam und begrüßten sich mit vorsichtigem Prusten, das bei Tigern als freundlicher Gruß gilt.
Kommt es später zur Zusammenführung?
Nach Darstellung von Dr. Jens-Ove Heckel sei es nun das Ziel, die Tiere im nächsten Schritt wechselweise auf die große Außenanlage zu lassen. Ob später eine direkte Zusammenführung möglich sei, werde sich jedoch erst anhand ihres Verhaltens zeigen.
Große Vorsicht wegen möglicher Risiken
Auch wenn Manu als gelassener und umgänglicher Kater gilt, bleibt die Vergesellschaftung von Großkatzen riskant. Selbst bei sorgfältiger Vorbereitung kann es zu gegenseitigen Verletzungen kommen. Der Zoo Landau will sich deshalb bewusst Zeit lassen und beide Tiere genau beobachten, bevor über einen möglichen weiteren Schritt entschieden wird.
Ein Lebensabend mit Hoffnung und Ungewissheit
Allen Beteiligten ist bewusst, dass Manu altersbedingt nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben dürfte, auch wenn er derzeit körperlich noch fit ist. Die Geschichte der bereits 2024 verstorbenen Tigergeschwister IGOR und NINOSHKA zeigt, dass Tiger im EEP ein hohes Alter erreichen können. Für Manu beginnt in Landau nun ein neuer Abschnitt — mit viel Aufmerksamkeit, Geduld und der Hoffnung, dass er und Daria sich weiterhin gut verstehen.
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