Tapir-Sensation in München: Hellabrunn bekommt einen seltenen Neuzugang
Ein neuer Bewohner mit Seltenheitswert
Der Tierpark Hellabrunn in München hat Zuwachs bekommen: Ein männlicher Baird-Tapir, auch Mittelamerikanischer Tapir genannt, ist in das Nashornhaus eingezogen. Der Neuzugang wird derzeit behutsam an seine neue Umgebung gewöhnt. Für Besucherinnen und Besucher soll das seltene Tier voraussichtlich schrittweise zu sehen sein, sofern die Eingewöhnung gut verläuft.
Warum der Tapir-Einzug für Hellabrunn so besonders ist
Die Haltung des Mittelamerikanischen Tapirs ist in Europa bislang eine echte Rarität. Neben Hellabrunn zeigt laut Tierpark derzeit nur der Zoo Cottbus diese Art. Die neu gestaltete Anlage im Innen- und Außenbereich bietet künftig Platz für ein Tapir-Paar. Perspektivisch soll deshalb auch ein Weibchen aus Amerika nach München kommen.
Stark gefährdet: Der stille Riese aus Mittelamerika
Baird-Tapire zählen zu den größten Säugetieren Mittelamerikas und können mehr als 300 Kilogramm wiegen. Auffällig sind ihr graubraunes Fell und die weißen Ohrenspitzen. In ihrer natürlichen Umgebung leben sie in Wäldern, Feuchtgebieten und anderen naturnahen Lebensräumen. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Blätter, Triebe, Früchte und Wasserpflanzen.
Artenschutz im Fokus: Hellabrunn will Erhaltungszucht unterstützen
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Mittelamerikanischen Tapir als stark gefährdet ein. Die Gesamtpopulation in Mittelamerika wird auf weniger als 5.500 Tiere geschätzt. Als zentrale Bedrohungen gelten der Verlust und die Zerschneidung natürlicher Lebensräume. Schutzprojekte, Forschungsarbeit und die Überwachung wild lebender Populationen sollen dazu beitragen, die Art langfristig zu erhalten.
Die zuständige Kuratorin Lena Bockreiß teilte mit, man freue sich sehr, mit dem Mittelamerikanischen Tapir eine neue Tierart in Hellabrunn begrüßen zu können. Die neue Tapir-Anlage ermögliche es, das Nashornhaus im Sinne des Hellabrunner Masterplans weiterzuentwickeln und den Bereich künftig stärker auf die Geozone Amerika auszurichten. Zugleich ziehe mit dem Mittelamerikanischen Tapir eine weitere bedrohte Tierart ein; perspektivisch wolle Hellabrunn mit der Haltung der Art auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm mit Nachzuchten unterstützen.
Besucher brauchen Geduld: Der Tapir bestimmt das Tempo
Auch wenn die Neugier groß sein dürfte, gilt in den ersten Tagen: Der neue Bewohner soll in Ruhe ankommen. Wie alle Tiere in Hellabrunn hat auch der Tapir jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Deshalb kann es während der Eingewöhnung vorkommen, dass er nicht durchgehend zu sehen ist.
Auch die Stadtspitze ist begeistert
Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl erklärte, Tapire gehörten zu ihren Lieblingstieren. Sie freue sich daher persönlich sehr, dass München diese besondere und zugleich stark gefährdete Tierart künftig zeigen und Besucherinnen und Besuchern näherbringen könne.
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