Panda-Zwillinge Leni und Lotti feiern zweiten Geburtstag im Zoo Berlin

Eistorte sorgt für Begeisterung bei den Berliner Publikumslieblingen

Besonderer Geburtstag für die wohl bekanntesten Panda-Schwestern Deutschlands: Die Panda-Zwillinge Leni und Lotti haben im Zoo Berlin ihren zweiten Geburtstag gefeiert. Zur Frühstückszeit wartete auf die beiden Jungtiere auf dem Klettergerüst ihrer Außenanlage eine speziell angefertigte Eistorte, die mit Karotten- und Rote-Bete-Saft eingefärbt worden war.

Die eisige Überraschung hielt allerdings nicht lange. Die beiden Pandas machten sich umgehend über die Geburtstagstorte her und sorgten damit für einen weiteren besonderen Moment bei den Besuchern des Zoos.



Beeindruckende Entwicklung in nur zwei Jahren

Seit ihrer Geburt am 22. August 2024 haben die beiden Panda-Schwestern eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Aus den winzigen Jungtieren, die bei der Geburt lediglich 169 beziehungsweise 136 Gramm wogen, sind inzwischen stattliche Große Pandas geworden.

Heute bringt Leni mehr als 70 Kilogramm auf die Waage, während ihre Schwester Lotti rund 61 Kilogramm wiegt. Damit hat sich das ursprüngliche Gewichtsverhältnis sogar umgekehrt, denn kurz nach der Geburt war Lotti noch die schwerere der beiden.

Zum Vergleich: Panda-Mutter Meng Meng wiegt als ausgewachsenes Weibchen rund 85 Kilogramm.

 

Zwei Schwestern mit ganz unterschiedlichen Vorlieben

Obwohl die Zwillinge gemeinsam aufwachsen, zeigen sich inzwischen deutliche Unterschiede im Verhalten. Lotti entwickelt sich immer mehr zur Bambus-Liebhaberin und gilt zudem als äußerst motiviert beim sogenannten Medical Training.

Hierbei üben die Tiere gemeinsam mit ihren Pflegern Abläufe für Blutabnahmen oder Zahnkontrollen. Leni zeigt sich bei diesen Übungen dagegen deutlich zurückhaltender. Dafür sucht sie häufiger den Kontakt zu ihrer Mutter und gilt als besonders verschmust.

Auch bei der Wahl zwischen Innen- und Außenbereich haben die beiden Panda-Schwestern unterschiedliche Vorlieben entwickelt.

 

Mutter-Tochter-Bindung weiterhin sehr eng

Panda-Kurator Florian Sicks erklärte, dass die beiden Jungtiere inzwischen deutlich selbstständiger geworden seien und sich Schritt für Schritt zu eigenständigen Großen Pandas entwickelten. Gleichzeitig sei die enge Bindung zu ihrer Mutter weiterhin gut zu beobachten. Beide Schwestern würden regelmäßig die Nähe von Meng Meng suchen und mit ihr spielen wollen.

Trotz ihres Alters werden Leni und Lotti weiterhin von ihrer Mutter gesäugt. Vor allem bei der Aufzucht von Panda-Zwillingen spiele die zusätzliche Milchversorgung eine wichtige Rolle, da sich Panda-Mütter in ihrem natürlichen Lebensraum normalerweise auf die Versorgung eines einzelnen Jungtiers konzentrierten.

 

Bambus und Panda-Kekse stehen hoch im Kurs

Mit zunehmendem Alter wächst auch die Begeisterung der beiden Pandas für feste Nahrung. Bambus nimmt mittlerweile einen wichtigen Platz auf ihrem Speiseplan ein.

Ergänzt wird das Menü durch spezielle Panda-Kekse nach chinesischem Rezept. Diese werden unter anderem aus verschiedenen Mehlsorten sowie Süßkartoffeln hergestellt und gehören zu den besonderen Leckerbissen der Tiere.

 

Leni und Lotti sind echte Botschafterinnen des Artenschutzes

Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem betonte, dass die Entwicklung der beiden Tiere für das gesamte Team etwas Besonderes sei. Aus den kleinen Panda-Babys, die einst in menschliche Hände gepasst hätten, seien inzwischen stattliche Jungtiere mit einem gemeinsamen Gewicht von mehr als 130 Kilogramm geworden.

Zugleich hätten sich Leni und Lotti längst zu Publikumslieblingen entwickelt. Darüber hinaus seien sie wichtige Botschafterinnen für den internationalen Artenschutz, da weltweit weniger als 2.000 Große Pandas in freier Wildbahn lebten.

 

Wann verlassen die Panda-Schwestern Berlin?

Nach Angaben des Zoos lösen sich Große Pandas meist ab einem Alter von etwa zweieinhalb Jahren schrittweise von ihrer Mutter. Bei Leni und Lotti seien entsprechende Anzeichen derzeit jedoch noch nicht zu erkennen.

Aus diesem Grund bleibt die kleine Panda-Familie vorerst weiterhin zusammen. Wann die beiden Panda-Schwestern den Zoo Berlin verlassen werden, steht aktuell noch nicht fest und hängt maßgeblich von ihrer weiteren Entwicklung ab.

 

Berliner Erfolgsgeschichte mit internationaler Bedeutung

Die Panda-Geschichte in Berlin begann im Jahr 2017 mit der Eröffnung des Panda Gardens. Bereits 2019 sorgten Pit und Paule als erste in Deutschland geborene Große Pandas für internationale Aufmerksamkeit.

Mit der Geburt von Leni und Lotti im August 2024 wurde diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Die Aufzucht der Zwillinge ist Teil einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Zoo Berlin, der Chengdu Panda Base sowie weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und gilt als wichtiger Beitrag zum Schutz einer Tierart, die trotz positiver Entwicklungen weiterhin als gefährdet eingestuft wird.

 

Zwei Geburtstagskinder mit großer Bedeutung

Leni und Lotti haben sich in nur zwei Jahren von winzigen Panda-Babys zu echten Publikumsmagneten entwickelt. Mit ihrer Geburtstagsfeier begeisterten sie erneut zahlreiche Besucher und erinnern gleichzeitig daran, wie wichtig internationale Zusammenarbeit für den Erhalt bedrohter Tierarten ist.


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