Der Alltag zwischen Raubtierfütterung, Robbentraining und Tierwohl

Der Beruf des Zootierpflegers fasziniert viele Tierliebhaber. Im Zoo Heidelberg gestaltet sich der Alltag als abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Manuel Stumpf, stellvertretender Revierleiter im Raubtierrevier, berichtet, dass der Tag um 7:30 Uhr mit einer sorgfältigen Tierkontrolle beginnt. Dabei werde jedes Tier genau beobachtet: Es werde geprüft, ob das Fressverhalten, die Bewegungen und der Gesundheitszustand unverändert seien. Im Anschluss finde eine Besprechung mit den Kuratoren statt, um Auffälligkeiten zu diskutieren.



Stumpf habe schon früh gewusst, dass er mit Tieren arbeiten möchte, und betont, dass ihn besonders die Arbeit im Freien reize. Nach der morgendlichen Kontrolle stehe die Reinigung der Gehege und Anlagen an, wobei auch die zahlreichen Glasscheiben im Raubtierrevier gesäubert werden müssten. Dies sei ein fester Bestandteil des Tierpfleger-Alltags.



Abwechslungsreiche Aufgaben für das Tierwohl
Am Nachmittag folge die Fütterung der Löwen, bevor die Tierpfleger die Gehege kreativ gestalten. Für das Wohlbefinden der Tiere spiele die abwechslungsreiche Beschäftigung eine zentrale Rolle. Das Futter werde beispielsweise in Bällen, Felsspalten oder Kisten versteckt, um die Tiere geistig zu fordern. Auch der Bodengrund und die Einrichtung würden regelmäßig verändert, um neue Reize zu schaffen. Stumpf hebt hervor, dass insbesondere die Syrischen Braunbären von diesen Maßnahmen profitieren, da sie es lieben, Honig aus Futtertonnen zu schlecken.



Robbentraining mit positiver Verstärkung
Neben den Bären habe Stumpf eine besondere Verbindung zu den Mähnenrobben entwickelt. Durch das medizinische Training entstehe eine einzigartige Beziehung zwischen Tier und Pfleger. Die Arbeit erfolge ausschließlich mit positiver Verstärkung, wobei darauf geachtet werde, dass die Tiere mit Freude mitmachen. Vor allem bei den Robben sei das Training essenziell, da medizinische Untersuchungen so stressfrei durchgeführt werden können. Besucher hätten täglich (außer freitags) um 11:00 Uhr und um 15:45 Uhr die Möglichkeit, das kommentierte Training und die Fütterung der Mähnenrobben live zu erleben.



Der Beruf des Zootierpflegers im Zoo Heidelberg ist vielfältig und anspruchsvoll. Er verbindet die Liebe zu Tieren mit einem hohen Maß an Verantwortung und Engagement für das Tierwohl.





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